»Hinter den Spiegeln – Man muss die Feste feiern, wie sie fallen … «

Sendung vom 17. Juni 2003
 

Inhaltsübersicht

 

Jingle »Alltag und Geschichte«

»Hinter den Spiegeln« – eine Sendung im Rahmen der Redaktion Alltag und Geschichte bei Radio Darmstadt von Niko Martin und Katharina Mann.

Ein Gedanke, zwischen zwei parallel ausgerichtete Spiegel gestellt, scheint sich ins Unendliche zu vervielfachen. – Aber was ist hinter den Spiegeln?

Musik: Marty & The Phantoms – Into the Mirror

»Man muss die Feste feiern, wie sie fallen …« – aber was ist hinter den Spiegeln?

Die Grillsaison hat begonnen, in zwei Wochen ist wieder Heinerfest und Hochzeiten fallen auch mal eher in die warme Jahreszeit.
Fragt sich nur, ob die Feste wirklich fallen – so ganz locker und zwanglos und scheinbar von selbst – oder ob sie nicht doch eher ganz gezielt terminiert werden?

Oder – um noch etwas deutlicher zu werden: Muss man (wer ist eigentlich »man«?) die Feste wirklich feiern? Cui bono – wem nützt das?

Fragen über Fragen … Wahrscheinlich werden wir wieder keine einzige von diesen Fragen beantworten, aber dafür bei Ihnen noch eine ganze Menge weiterer Fragen aufwerfen. – Die können Sie loswerden auf dem Anrufbeantworter der Redaktion Alltag und Geschichte unter DA 87 00-129. Oder Sie schicken eine e-Mail an looking-glass@alltagundgeschichte.de. Wenn uns Ihre Fragen gefallen, werden wir sogar versuchen, sie zu beantworten.

Trenner: aus Gloria Estefan – you’ll be mine (party time)

Um die Feste überhaupt feiern zu können, wie sie fallen, muss mensch wissen, wie die Feste fallen; wir haben einmal den offiziellen Veranstaltungskalender der Stadt Darmstadt gefleddert:

Da ist vom 26. Juni – ein Donnerstag – bis zum 5. Juli – Samstag – das Südhessische Straßentheaterspektakel. Eine Veranstaltung im Rahmen des Kultursommers Südhessen 2003 (KUSS).
Ebenfalls in diese Zeit fällt das Europawochenende, vom 27. bis zum 29. Juni. Hier kommen die Partnerstädte Darmstadts zusammen. Oder vielleicht doch eher ihre Repräsentanten? Denn, um alle Einwohnerinnen und Einwohner der Partnerstädte einzuladen, ist Darmstadt doch etwas klein.
Und um Glanz und Gloria voll zu machen, wird an diesem Wochenende auch das Internationale Festival des Sports gefeiert.

Außerdem ist am 28. Juni Grenzgang der Wissenschaftsstadt Darmstadt und der Kleingartenverein Darmstadt Süd-West eV feiert am 28. und 29. Juni sein Gartenfest.

Vom 3. bis zum 7. Juli ist Heinerfest.

Am 12. Juli feiert der Rassegeflügelzuchtverein 1904 Darmstadt-Eberstadt sein Grillfest.
Und am 12. Juli beginnen auch die Darmstädter Residenzfestspiele. Sie dauern an bis zum 24. August.
Das Motto: »Wie es Euch gefällt« Das ist richtig gut. Das hätte auch einen schönen Titel geben können für unsere Sendung hier …

Der Kleingartenverein Maulbeerallee 1923 eV feiert am 19. Juli Kinder- und Sommerfest. Für wen der Frühschoppen am folgenden Tag vorgesehen ist, können wir uns in etwa denken.

Vom 8. bis zum 11. August ist in Eberstadt Kirchweih. Und vom 14. bis zum 17. August ist Marktplatzfest.

In Wixhausen ist vom 22. bis zum 25. August Kirchweih, daran schließt sich die Kirchweih in der Waldkolonie an – vom 29. bis zum 31. August.

Dann gibt’s das Weinfest in der Wilhelminenstraße vom 5. bis zum 8. September.
Gleichzeitig ist in der Heimstättensiedlung Kirchweih, das Martinsviertel folgt am Wochenende drauf und noch eine Woche später ist dann Bessungen dran. Die Bessunger Kerb geht am 19. September los, am gleichen Tag – besser gesagt: in der gleichen Nacht – ist auch die lange Nacht der Musen.

Wieder eine Woche später geht die Herbstmess’ los. Die geht eine ganze Woche lang, vom 26. September bis zum 6. Oktober. Und am 12. Oktober ist auf dem Karolinenplatz Flohmarkt.

Allmählich wird es Herbst. Nur Arheilgen ist wirklich spät dran mit seiner Kerb – vom 31. Oktober bis zum 4. November. Noch einmal richtig feiern, bevor es einen ganzen langen November lang – ruhig ist.
Aber schon am 24. November beginnt der Weihnachtsmarkt. Glühwein statt Bier vom Fass. Der Weihnachtsmarkt geht bis zum 23. Dezember. Und vom 1. bis zum 24. Dezember kann mensch sich auch auf der Eisbahn im Carrée vergnügen.
Hoffen wir, dass es schön kalt wird im Dezember. Was zugegebenermaßen unwahrscheinlich ist – in unseren Breiten. Sonst wären vielleicht doch eher Äppelwoi, Bier vom Fass und Beachvolleyball angemessener …

Wir sollten uns einfach dafür einsetzen, Weihnachten um einige Wochen zu verschieben. Ende Januar oder Mitte Februar kann mensch schon eher mit den entsprechenden weihnachtlichen Wetterlagen rechnen.
 

Aber lassen wir das. Bis Weihnachten ist es noch lange hin.

Wenden wir uns den sommerlicheren Veranstaltungen zu. Jahrmärkte und Kirchweih. Und lassen uns diesen Veranstaltungskalender noch einmal in unserem inneren Ohr zergehen …
Gerade mal noch das nächste Wochenende haben wir »frei«. Und dann geht’s wirklich »Schlag auf Schlag«: Straßentheaterfestival, Internationales Sportfest, Heinerfest.
Dann gibt’s ein paar kleinere Feste von Vereinen und so. Davon gibt es sicherlich noch viel mehr, die eben nicht aufgenommen sind in den Veranstaltungskalender der Stadt … – So dass wahrscheinlich auch die beiden Wochenenden Ende Juli und Anfang August nicht wirklich »frei« sind. (Mal abgesehen davon, ist das in der ersten Hälfte der Sommerferien. Da ist hier erfahrungsgemäß einfach nix los, die Stadt wie ausgestorben … – es handelt sich dann wohl eher um Trost-Feiern für die Daheimgebliebenen.)

Wer sich bemüßigt fühlt, kann sich ab 8. August – Eberstädter Kerb – bis zum 4. November – das Ende der Arheilger Kerb – wirklich an jedem Wochenende auf einer anderen Kerb die Hucke zusaufen.

Wir kennen so Kandidaten. Sie bestimmt auch.

Was hat es damit auf sich? Wer sich betrinken will, kann schließlich auch in die nächste Kneipe gehen. Sogar zu Hause kann mensch sich hemmungslos betrinken. Das Angebot von Supermärkten, Tankstellen – aber auch Feinkostläden – gibt das her.
Wir haben nicht den Eindruck, dass die Kneipiers am Hungertuch nagen würden. Und die Spirituosen-Abteilungen des Einzelhandels werden auch nicht kleiner oder schlechter sortiert.

Was ist das: »Kirchweih« oder »Kerb«? – Wobei »Kerb« einfach das hessische Wort ist für »Kirchweih«. Ein weiteres Wort dafür ist der »Kirmes«, eigentlich »Kirchmesse«.
 

Ab dem vierten Jahrhundert kam im christianisierten Europa die Sitte auf, Kirchen unter den Schutz Jesu Christi, der Maria oder eines Heiligen zu stellen.
Und im achten Jahrhundert wurde die Beisetzung von Reliquien in den Altären verpflichtend – und damit auch die Altarweihe. Daraus entwickelte sich das Fest der Kirchweih.

Mitteleuropa war bis ins zwanzigste Jahrhundert hinein weitgehend ländlich strukturiert. Entsprechend wurden die Kirchweihfeste terminiert. Entweder in der Zeit zwischen Aussaat und Ernte. Oder – so kennen wir das – nach der Ernte. In der »Hoch-Zeit« war für solche Feste keine Zeit. (Übrigens auch nicht für Hochzeiten.)

Später wurde der Termin für die Kirchweih vom Staat aus vereinheitlicht: Am dritten Sonntag im Oktober. – Damit die Burschen sich nicht reihum in den benachbarten Gemeinden zugesoffen haben – und dann blaugemacht. Eine Disziplinierungsmaßnahme also, um den Leuten das richtige Arbeitsethos beizubiegen.
Katholische Gemeinden hatten allerdings immer schon das Schlupfloch, ein »Patronatsfest« abzuhalten am Gedenktag des jeweiligen Schutzheiligen. Dieses Patronatsfest ist dann ein »Eigen-Hochfest« der jeweiligen Kirche.

Heute braucht es diese Maßnahmen nicht mehr, die Menschen zu disziplinieren. Die Menschen in unserem Land, die noch Arbeit haben, sind diszipliniert. Und lassen sich endlos weiter disziplinieren mit den Vielen, die draußen stehen und den Job gerne machen würden, sogar zu noch viel schlechteren Bedingungen.
Dafür haben die Feste eine andere, wichtige Funktion erhalten: Brot und Spiele, um den Souverän bei Laune zu halten … – will heißen: das Stimmvieh.

Außer der Kirchweih gibt es noch die Jahrmärkte. In der Gegend, aus der ich komme, wird Kirchweih nicht gefeiert. Aber zweimal im Jahr ist Jahrmarkt, im Frühjahr und im Herbst. – »Krämer-, Vieh- und Schweinemarkt«. Alles klar? – Alles klar.

Das ist wohl so etwas Ähnliches wie hier Frühjahrs- und Herbstmess’. Messen sind Verkaufsveranstaltungen. Sie haben aber auch etwas zu tun mit der Messe in der Kirche, dem kirchlichen Hochamt. Nach der Messe geht’s auf die Messe. Laut Grimm’schem Wörterbuch ist das Wort »Messe« in dieser Bedeutung schon seit dem frühen vierzehnten Jahrhundert bekannt.

Sicherlich bot es sich an, wenn viele Leute zu einer großen kirchlichen Messe zusammengekommen sind, gleich auch noch eine Verkaufsveranstaltung abzuhalten.
Vielleicht galt es auch als angemessen, den Markt mit dem passenden kirchlichen Segen auszustatten.

Entsprechend früh gab es auch schon eine Vermischung dieser beiden Arten von Volksfesten. Deutlich wird das am Begriff des »Kirmes« – wie schon gesagt: eigentlich »Kirchmesse«, also Kirchweih – der hier aber meistens gleichbedeutend mit den Wort »Jahrmarkt« benutzt wird.

Traditionell wurden und werden die Kirchweihfeste drei Tage lang gefeiert, von Freitag bis Sonntag. Die Feste werden jedoch so exzessiv gefeiert, dass immer die Tendenz zur Ausweitung besteht. Wie Heilig Abend der Vorabend des Weihnachtsfestes ist – und der Samstag hei§t ja auch »Sonnabend«: als Vorabend des wöchentlichen Feiertags. Erwachsene, die feiern wollen sind da nicht weniger ungeduldig und quengelig wie Kinder – so ist eben zum Beispiel beim Heinerfest schon am Donnerstag Abend die Eröffnung mit dem feierlichen Anstechen des Bierfasses.
Darauf kommt es nämlich an.

Interessanter finde ich die Sache mit dem Montag. Das habe ich kennengelernt während meiner Ausbildungszeit in Oberbayern: Ohne vorherige Ankündigung bekamen wir am Montag Nachmittag nach Kirchweih frei. »’s ist Kirchweih-Montag.«
Nach durchzechten drei Tagen musste am späten Montag Vormittag oder Mittag der Restalkohol gepflegt werden mit einem Schoppen. Was dann regelmäßig zum nächsten Exzess führte. Noch ein letztes Mal zusaufen mit Billigung der Öffentlichkeit.
Ich gehe davon aus, dass der Heinerfest-Montag in einer sehr ähnlichen Tradition steht. Gerade in den privatwirtschaftlichen Betrieben entscheiden ja auch die Arbeitgeber willkürlich, ob sie ihrer Belegschaft den Nachmittag frei geben.
In Handwerksbetrieben geht traditionell die ganze Belegschaft mittags ins Hamel- oder Koch-Zelt. Danach ist Zerstreuung angesagt auf dem Festgelände.
 

Unterlegt mit Atmo von einem Fahrgeschäft beim Heinerfest
Heinerfest 2002
Dieses Fahrgeschäft erregt meine Aufmerksamkeit.
Eigentlich ein ganz harmloses Gerät – nicht so eine kopfüber-kopfunter Höllenmaschine.
»Breakdance« steht zu lesen. In diesem leuchtend bunten Glitzer.
Die Kulisse: Urban Nightlife – Tanzschuppen in einer us-amerikanischen Großstadt. Oder wie wir uns das vorstellen.
Jazz der zwanziger und dreißiger,
Rock’n’Roll der fünfziger und sechziger.

Eine laue Sommernacht. Und schon in der Deko springt mich die Einsamkeit und Vereinzelung derer an, die hier Gemeinschaft suchen.

Die Tanzfläche ist abschüssig und auf ihr drehen sich nicht Menschen, sondern Gondeln.
Jeweils eine Gondel mit zwei Sitzen nebeneinander dreht sich um sich selbst. Vier dieser Zweiergondeln sind angeordnet wie ein Kreuz und drehen sich um ihre Mitte.
Und von diesen kleinen Karussells sind wieder vier zusammen zu einem großen Karussell angeordnet, das diese ganze schiefe Tanzfläche füllt.

Bergauf – bergab – bergauf – und wieder in schneller Fahrt hinunter, immer im Kreis auf dieser schiefen Ebene.
Die Gondeln drehen sich umeinander und um sich selbst, wechseln abrupt ihre Geschwindigkeit und ihre Richtung. Diese Wechsel, die bringen den Break.

Die jungen Menschen schreien. So etwas wie Angst und Lust in Einem.
Sie sind zusammen auf dieser Tanzfläche. Vereint in ihren Schreien. Und doch alle vereinzelt, für sich, konzentriert auf ihren Tanz.

Der Tanz ist beendet. Die Musik dreht auf.

Trenner: aus Gloria Estefan – you’ll be mine (party time)

Nicht behandelt haben wir bis jetzt den Fasching oder Karneval. Einfach, weil das dieses Jahr schon war und deswegen im Veranstaltungskalender der Stadt nicht mehr vorkommt. Im Prinzip gilt für diese Festivität aber das Gleiche wie für Kirchweih, Messen und Jahrmärkte.

Interessant ist, dass es sich bei allen diesen Festen eigentlich um kirchliche Feste handelt, die aber verweltlicht wurden. Viele wissen gar nicht mehr Bescheid über den kirchlichen Ursprung dieser Feste.

Etwas anders sieht es aus bei den Festen, die auch heute noch klar als kirchliche zu erkennen sind: Weihnachten und Ostern. Da gibt es diese Exzesse nicht.
Allerdings sind auch diese Feste immer mehr in Auflösung begriffen. Sie lösen sich auf in ganz banal weltlichen Konsum-Rausch. Davon legt der Weihnachtsmarkt Zeugnis ab mit seinem Glühwein. Und die himmlischen Heerscharen von Schokoladen-Nikoläusen und -Osterhasen.

Und die Exzesse. Sie finden statt. Nur nicht so offen, sondern eben heimlich, versteckt, in den Familien.

Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter der Telefonseelsorge oder einer Familienberatungsstelle könnte Bände darüber erzählen.

Trenner: aus Gloria Estefan – you’ll be mine (party time)

Es ist Sommer geworden in Deutschland. Und so weht allabendlich der Geruch nach angekokeltem Tier durch die Straßen. Jeden Abend aus einer anderen Ecke, aus einem anderen Hinterhofgarten.

Nein, ich will mich hier jetzt gar nicht lustig machen über die Grillmeister. Die ihren Bauch mit einer Schürze schmücken und mit ernster Miene erst das Feuer entfachen, die Zeit nutzen, bis das Feuer zur Glut heruntergebrannt ist, um die Fleischstücke zu würzen, diese dann auf einen Rost legen und mit Hingabe drehen und wenden …
Das Feuermachen ist eine ernste Angelegenheit. Fast unvorstellbar für unsere Grillmeister, dass das Feuer früher einmal Frauensache war. Das müssen schaurige Zeiten gewesen sein. Oder ein Unfall der Geschichte.

Nein, die Frauen haben andere Aufgaben.

Ich wohne hoch oben. Deswegen habe ich Einblick in mehrere Hinterhofgärten. Eines Nachmittags stehen in dem einen Garten Klapptische und -stühle. Teakholz. Und – wie abgezählt – auf jedem Stuhl ein Sitzkissen. Weinrosa. Klar. Für einen ganzen langen Grillabend sind auch Teakholzstühle nicht besonders bequem. Später stehen Teller auf den Tischen, vor jedem Stuhl genau ein Teller. Sie haben ein Randdekor in demselben Weinrosa wie die Sitzkissen. Das kann nur die pflegende und ordnende Hand einer Frau gewesen sein.

In einem anderen Garten, in den ich Einblick habe, mauert ein hoffnungsfroher Grillmeister in spe tagelang an seinem ganz eigenen Gartengrill. So fleißig habe ich den noch nie gesehen. Als das Schmuckstück fertig ist, will das Feuer nicht brennen.
Eigentlich nicht erstaunlich. Die große Öffnung vorne und das Dach mit der Öffnung für den Rauchabzug sehen zwar schick aus – aber so gibt es eben keinen Zug. Dafür müsste die Öffnung vorne kleiner sein.

Vielleicht wäre es doch besser gewesen, vorher mal heimlich in den Baumarkt zu gehen und zu schauen, wie die das machen? (Irgendwoher musste er ja schließlich auch die Steine und den Mörtel her kriegen.)

Der junge Mann ist nicht dumm und nimmt den Fön, damit das Feuer Luft kriegt.

Ich bin ganz froh drum. So wird das Gerät nicht so häufig benutzt.

Trenner: aus Gloria Estefan – you’ll be mine (party time)

Niko stellt uns nun eine ganz andere Art von Festen vor:

O-Ton Biblis-Demo April 2001; Niko beschreibt die Stimmung auf der Demo: Wir befinden uns jetzt auf dem großen Parkplatz vor dem Atomkraftwerk Biblis. Die Polizei spricht von vierhundertvierzig Menschen, die Veranstalter sprechen von sechs- bis siebenhundert Leuten, die sich hier versammelt haben, um gegen Atomenergie zu protestieren und um an den Jahrestag von Tschernobyl 1986, also vor fünfzehn Jahren, zu erinnern, der Opfer zu gedenken und mit Spenden auch zu helfen.

Niko berichtet weiter von der Demo Hier auf dem Gelände steht ein großer Bühnenwagen, dort spielt Musik und dann gibt es Essensstände und verschiedene Infostände mit Material wie T-Shirts, Postkarten – aber auch Bücher.

Vor zwei Jahren war dieses Fest. Fest? Ja, vielleicht im Sinne eines linksradikalen Volksfestes. Üblicherweise werden diese Art von Festen »Demonstrationen« genannt.
Doch was macht den Unterschied zwischen einer Demonstration und einem gewöhnlichen Volksfest? Ist es etwa die Motivation, mit der man auf eine Demonstration geht?
Dazu fragte ich einen Demonstrant, warum er gerade nach Biblis gekommen ist:

O-Ton Biblis-Demo April 2001; Demonstrant … is unser Nächstgelegenes und da geh’n mer hin, aber wir sin natürlich gegen alle AKWs hier in der BRD und weltweit. Das is nur, ja, mer kann ja net überall hinfahr’n – hier is unser AKW vor Ort.
Zwischenfrage Niko. Und: Warum?
weiter Demonstrant: Ja, weil AKWs halt gefährlich sind und weil wir mit Sicherheit, wenn irgendwas passiert, in Darmstadt auch davon betroffen sein werde – und das is glaub’ ich Anlass genug.

Auf Demonstrationen geht man also aus Betroffenheit.
Knapp ein halbes Jahr später – kurz nach dem 11. September 2001 – traf ich diesen Festbesucher, pardon, Demonstrant in Darmstadt wieder:

O-Ton 11. September-Demo; Frage Niko: Was bewegt dich hier auf die Demonstration?

O-Ton 11. September-Demo; Demonstrant: Ja also, das sind sehr viele Dinge: Des, was vielleicht am Wichtigsten is, is, dass mer einfach net zukucken kann und darf, wie hier irgendwelche Kriegshetzer, ohne zu wissen, gegen wen oder gegen was und wie? jetzt hier ’n Heiligen Krieg, ’n Kreuzzug ausrufen und vollkomme unreflektiert nur noch dem miltärischen Einsatz das Wort geredet wird.

Diesmal war es also nicht die direkte Betroffenheit, sondern das Verlangen, etwas tun zu müssen. Auf Feste geht man aber auch, um irgend etwas zu tun, nämlich zu feiern. Das Feiern gestaltet sich nur anders als das auf Demonstrationen. So ist der Alkohol auf Demonstrationen ungern gesehen, wohingegen er Hauptbestandteil von anderen Festen ist.
Einen weiteren Unterschied dürfte es bei der Anzahl der Besucher und Besucherinnen geben:

O-Ton 11. September-Demo; Frage Niko: Was schätzst du, wieviele Leute hier jetzt durch Darmstadt zieh’n?

O-Ton 11. September-Demo; Demonstrant: Ah, das is schwer zu sag’n, es is ja auch hier jetzt net irgendwie ’ne straff organisierte Demo, ich schätze mal so vierhundert Leute sin das ungefähr, aber genau kann ich des jetzt net sag’n.

O-Ton 11. September-Demo; Rückfrage Niko: Also schon durchaus keine kleine Anzahl für Darmstädter Verhältnisse, die da spontan anscheinend auch nicht einverstanden is mit dem, was aus dem terroristischen Anschlag in den USA gemacht wird.

O-Ton 11. September-Demo; Demonstrant: Ja, das sind sehr viele Leut, es war ja auch eigentlich nur ’ne Kundgebung geplant, weil mer überhaupt net wusste, wieviele Leute hier jetzt komm’n werd’n; es is ja auch keine große Mobilisierung, sondern des is ja nur Mund-zu-Mund-Propaganda, über die mer des jetzt erfahr’n konnte, und ich glaube, viele Leute bewegt das und deshalb sind des auch jetzt hier so ohne große Mobilisierung doch sehr viele Leut geword’n.

Bei einer Demonstration handelt es sich also schon bei vierhundert Leuten um viele Leute. Stellen Sie sich mal vor, beim Schlossgrabenfest wären vierhundert Leute gewesen oder zum Heinerfest würden ebensoviele kommen; nein, bei richtigen Festen muss man diese Zahl mit tausend multiplizieren, um auf einen vernünftigen Umsatz – äh – große Zahlen zu kommen.
Das Problem abzuschätzen, wieviele Leute zu einem Fest denn kommen werden, lässt sich bei Demonstrationen nicht per Rückmeldeschnippel lösen – beim Schlossgrabenfest aber auch nicht. Doch eine Gesetzmäßigkeit lässt sich bei beiden Formen der Versammlung finden: Je mehr Leute kommen, desto besser.

Der Hauptunterschied zwischen Festen und Demonstrationen ist aber sicherlich zu finden in der erhofften Wirkung:
Bei Demonstrationen geht es um eine politische Wirkung, einen Zustand anzuprangern und letztlich ändern zu wollen.
Katharina: Welche Wirkung sollen denn Feste haben? Geht es darum, dass die Besucherinnen und Besucher möglichst viel trinken. Natürlich nicht irgendwas trinken, sondern Alkohol. Was zum einen die Besucher und Besucherinnen ihren Alltag in dieser Gesellschaft, an dem es viel zu ändern gäbe, vergessen macht und zum anderen den Veranstaltern ein einträgliches, umsatzstarkes Geschäft verspricht?
 

Ausschnitt aus dem Titelbild

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Hinter den Spiegeln

 

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Impressum

»Brot und Spiele« – diese Wortkombination ist zu einem feststehenden Begriff geworden. Der Begriff steht für eine Methode des Obrigkeitsstaates, seine Bevölkerung bei Laune zu halten. Und: Sowohl Methode als auch der Begriff dafür waren schon im römischen Kaiserreich bekannt – »panem et circenses«.

Ursprünglich waren die Spiele religiös motiviert und zwar als Beerdigungsriten. Bei etruskischen Totenfeiern war es Brauch gewesen, zwei Kämpfer am Sarg des Verstorbenen gegeneinander bis zum Tod kämpfen zu lassen. Dabei handelte es sich oft um Kriegsgefangene. Mit diesem Blutopfer sollten die Totengötter gnädig gestimmt werden, vor allem Charon, der Fährmann, der die Toten über den Fluss Styx in die Unterwelt brachte. Um die Mitte des dritten Jahrhunderts vor Christus wurde dieser Brauch von den Römern übernommen.

Die Darbietungen in einem Amphitheater waren mit Sicherheit blutig, wenn auch nicht immer tödlich. Es war aber nicht allein Schaulust und Freude am Blutvergießen, die die Spiele so beliebt machten. Es ging auch um die Inszenierung von erwünschten Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen – römischer Wesensart.

Die Demonstration von »virtus« – im Schulunterricht wird das mit »Tapferkeit« übersetzt, aber es ist mehr:
»Virtus« ist Gleichmut im Angesicht des Todes, Kaltblütigkeit, Unerschrockenheit in Gefahr – Disziplin in Vollendung. Dafür standen die Gladiatoren. Sie waren zwar rechtlos – aber auch bewundert.

Erstmals im Jahr 105 vor Christus wurden Gladiatorenkämpfe ohne den Anlass einer Totenfeier veranstaltet. Die Gladiatorenkämpfe wurden zu einer profanen Einrichtung des römischen Staates.

Die Spiele wurden beworben durch Aufschriften an Hauswänden, davon zeugen Funde aus Pompeji.

Für die Annehmlichkeiten des Publikums wurde gesorgt: Sonnensegel wurden aufgezogen, bisweilen in unterschiedlichen Farben, und tauchten die Zuschauerränge in mildes Licht.

Als Veranstaltungsort hatten zunächst Felder genügt und freie Plätze in den Städten. Doch die Spiele lockten immer größere Mengen an Zuschauern an. Damit nicht nur in den ersten zwei Reihen gute Sicht war, entwickelte sich eine eigene Architekturform. Das waren zunächst einfache Holztribünen, doch im Jahr 27 nach Christus brach eine solche Konstruktion ein bei der »Katastrophe von Fidenae«. Dabei sollen fünfzigtausend Menschen gestorben sein. Deswegen wurden die Theater zunehmend aus Stein gebaut.
Der größte Zirkus stand mit dem Circus Maximus in Rom und fasste bis zu vierhunderttausend Zuschauer.

Beliebt waren im römischen Reich seit dem zweiten Jahrhundert vor Christus auch Auftritte von Tieren. Löwen, Bären, Leoparden, Elefanten, Nashörner, Strauße, Stiere, Luchse, Eber, Steinböcke, Elche, Antilopen, Rehe, Krokodile, Seehunde.
Es kämpften Mensch gegen Tier oder Tier gegen Tier.

Eine Form waren Hinrichtungen von sogenannten »Hochverbrechern«, Kriegsgefangenen oder Christen durch Raubtiere.

Trenner: aus Gloria Estefan – you’ll be mine (party time)

Aber nicht nur »Brot und Spiele« gehen auf die Antike zurück.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch einer der griechisch-römischen Götter: Bacchus oder Dionysos. Der römische Gott des Weines hieß früher »Liber«, also der »Freie«. Bald wurde er mit dem griechischen Dionysos gleichgesetzt und dann »Bacchus« genannt.

Der Sage nach ist er Sohn des Jupiter – also des höchsten römischen Gottes – und der Semele, der Tochter des thebanischen Königs Kadmos.
Aufgezogen wurde Bacchus von Nymphen und dann von Silen, einem glatzköpfigen und kauzigen Greis, der immer betrunken war.
Auf der griechischen Insel Naxos heiratete Bacchus Ariadne, die Tochter des Königs Minos von Kreta. Theseus, ihr eigentlich erhoffter Bräutigam, hatte mit ihrer Hilfe auf Kreta den Minotaurus erschlagen. Der Minotaurus war ebenfalls ein Kind des Minos, ein Ungeheuer, eine Mischung aus Mensch und Stier. Aber dann hatte Theseus Ariadne verlassen – und so bekam Bacchus sie zur Frau. Oder die Ariadne bekam den Bacchus. Das ist hier die Frage …
Es geht hier wohl auch um einen Umbruch, sowohl in der persönlichen als auch in der gesellschaftlichen Geschichte. Statt des smarten Helden heiratet Ariadne den lustbetonten Bacchus.

Bacchus ist der Gott des Weins und der Fruchtbarkeit, vor allem der Fruchtbarkeit von Pflanzen und Tieren – also der Fruchtbarkeit, die Menschen zu Reichtum und Genuss verhilft.
Sein Kult fand Ausdruck in der Anbetung der Naturkräfte. Die Verehrungsriten nahmen zuweilen orgiastische Züge an. Im Gefolge des Bacchus befinden sich die sogenannten »Bacchantinnen«, also Bacchusjüngerinnen, und Mänaden, das sind »Rasende«, sowie tierhaft – um nicht zu sagen: tierisch – lüsterne Satyrn und der dem Wein ergebene, stets sturzbetrunkene Greis Silen.

Der Gott selbst erscheint zuweilen in Gestalt eines Bockes, eines Stieres oder eines brüllenden Löwen. Also alles auch Tiere, die für männliche, sexuelle Potenz stehen.

Außerdem ist Bacchus auch der Gott des Theaters. Denn Tragödie und Komödie hatten sich entwickelt aus den heiteren Umzügen und Wechselgesängen, mit denen in Athen die großen Feste des Gottes begangen wurden.

Der Kult des Bacchus, beziehungsweise Dionysos, kam erst relativ spät auf. Er zeichnet sich aus durch einen an Ekstase grenzenden Enthusiasmus, der den Griechen bis dahin fremd war. Er wurde dann aber zu einem der beliebtesten griechischen Götter.

In Rom hat sich der Bacchuskult derart verselbständigt, dass er als »sitten- und staatsgefährdend« verboten wurde. Angeblich war es bei den nächtlichen Bacchusfesten, den »bacchanalia«, zu Orgien, sexuellen Ausschweifungen und sogar zu Ritualmorden gekommen. Bacchus verkörpert wie keine andere Göttergestalt der antiken Mythologie die sinnlich-begehrenden natürlichen Urkräfte als Gegenbild zu den normierenden Grenzen und Zwängen einer rationalen Zivilisation.

Interessanterweise fanden sich im Bacchuskult auch als erstes Ansätze, auch den Menschen Unsterblichkeit zu verheißen. Ein Privileg, das bislang den Göttern vorbehalten gewesen war. Daraus erklärt sich möglicherweise auch der eine Teil seiner Beliebtheit bis hin zu den Philosophen der Neuzeit. – Der andere Teil ist sicherlich ganz einfach die Beliebtheit des Alkohols als Rauschmittel an sich. Ein antiker Gott eignet sich doch immer sehr schön, das eigene – nicht so schöne – Verhalten zu verklären.
Es ist ja doch ein Unterschied, ob einer ein Bacchusjünger ist – oder einfach nur ein Suffkopp.
Oder?

So ist es auch nicht verwunderlich, dass ich im Internet viele viele Einträge gefunden habe zu einer Reben-Neuzüchtung mit dem Namen »Bacchus«. Und einige Einträge zu einem Potenzmittelchen mit dem schwärmerischen Namen »Bacchus träumt«, das uns »hemmungslosen Sex« verspricht. Die Hörerinnen und Hörer mögen’s mir verzeihen, dass ich hier nicht näher nachrecherchieren mochte.
… Aber wenig Erhellendes zu dem griechisch-römischen Gott …

Allerdings fallen alle diese modernen Bacchusjünger auf einen großen Schwindel herein. Wer betrunken ist, fühlt sich nur potent, ist es aber nicht …

Musik: Die kleine Tierschau – Campari

Heiraten ist wieder »in«. Grade die jungen Leute, so scheint uns, heiraten, was das Zeug hält.

Diskussionen darüber, dass eine Ehe eine staatlich subventionierte Herrschaftsbeziehung ist, scheinen völlig spurlos an ihnen vorüber gegangen zu sein.
– Und wenn man damit Steuern sparen kann? Ja umso besser!

So bin ich in den nächsten Wochen zu drei Hochzeiten eingeladen.

Selbst ich werde auf eine Hochzeit gehen. Obwohl ich eigentlich grundsätzlich nicht auf Hochzeiten gehe. Wozu sollte ich die Versklavung einer Frau feiern?

Und das ist es nach wie vor, das macht sich fest am Steuerrecht, das zeigt sich am Namensrecht, das zwar liberalisiert ist, aber nach wie vor nehmen viele Frauen den Namen ihres Mannes an; das macht sich daran fest, dass Männer zwar Kinderbetreuungs-Auszeiten nehmen könnten, aber das tatsächlich selten tun, undsoweiter undsofort.

Wenn ich über die mitteleuropäischen Frauen nachdenke, die mit der Heirat den Namen ihres Gatten annehmen, dann muss ich immer an Assata Shakur denken, eine scharzamerikanische Freiheitskämpferin.

In ihrer Autobiografie »Assata« beschreibt sie, wie sie zu ihrem afrikanischen Namen gekommen ist. Und was der andere, der anglo-amerikanische Name – Negatives – für sie bedeutete: JoAnne Chesimard.
Ein Name, mit dem sie sich nie identifizieren konnte.

»JoAnne«, so schreibt sie, »war schon schlimm genug, aber immerhin hatte meine Mutter mir diesen Namen gegeben. Was aber den Nachnamen Chesimard anbelangte, gab es eigentlich nur eine Möglichkeit. Jemand mit Namen Chesimard war der Besitzer der Vorfahren meines Ex-Mannes gewesen. Der Name Chesimard war, wie die meisten Nachnamen, die heute von Schwarzen benutzt werden, direkt dem Massa entlehnt. Aus ›Mister Johnsons Mary‹ und ›Mister Jacksons Paul‹ waren einfach Mary Johnson und Paul Jackson geworden. Manchmal lag ich vor dem Einschlafen noch wach, dachte darüber nach und fragte mich, wieviele Sklavinnen und Sklaven auf Martinique diesem Chesimard wohl gehört haben mochten und wie oft er sie wohl geschlagen hatte. Ich starrte zur Decke und fragte mich, wieviele schwarze Frauen Chesimard wohl vergewaltigt haben, der Vater wievieler schwarzer Babys er gewesen sein mochte und für den Tod wievieler Schwarzer er wohl verantwortlich gewesen war.«

Der Nachname also ein Sklavenhaltername. Wir mitteleuropäischen Frauen haben zwar nicht eine Geschichte der Sklaverei hinter uns. Aber von so etwas wie »Leibeigenschaft« kann mensch genau besehen eigentlich auch heute noch sprechen …

Jedenfalls ist das sehr auffällig, dass auch heute noch, trotz mittlerweile gelockerter rechtlicher Regelung, sehr viele Frauen bei der Heirat den Namen des Gatten annehmen. (Übrigens, ich spreche hier bewusst vom »Gatten« und nicht einfach vom »Mann« – denn seine Aufgabe ist es, die Frau zu begatten und Nachwuchs zu erzeugen.)

Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass die Paare sich allenthalben bemüßigt fühlen, sich für diesen Umgang mit dem Namensrecht zu rechtfertigen.

Das fängt schon bei meinen Eltern an. Die haben 1962 geheiratet, damals war es sehr schwierig, bei der Heirat einen anderen Namen als Familiennamen anzunehmen als den Namen des Mannes.
Aber selbst meine Eltern haben meinen Geschwistern und mir immer gerne die Geschichte erzählt, dass sie ja so gerne den Mädchennamen meiner Mutter angenommen hätten – nur um meinen Onkel, den einzigen Bruder meiner Mutter, zu ärgern …

Oder die Geschichte von der künftigen Zahnarztsgattin, die »Lustig« heißt. Aber nein, den Namen des Zahnarztes kann mann nicht ändern, bei einer gut eingeführten Praxis und so.
Dabei wäre »Lustig« doch wirklich ein sehr guter und werbewirksamer Name für einen Zahnarzt, ein Name, der sofort Achtung und Vertrauen einflößt – oder?

Musik: Gloria Estefan – you’ll be mine (party time)

Die Abmoderation haben wir frei gehalten. Wir haben noch einmal ein Resumée gezogen der Inhalte, die wir gebracht haben.

Ein Dankeschön geht an Katharinas Vater, der Genaueres wusste über Kirchweih und Jahrmärkte und zur Entstehung des Begriffs der »Messe« im Sinne von »Verkaufsmesse«.
Der Absatz über den Sklavenhalternamen ist entnommen der Autobiografie von Assata Shakur. Diese trägt einfach nur den Titel »Assata« und ist erschienen im Atlantik-Verlag.

Über die Frage, ob Demonstrationen (linke Demonstrationen, es gibt ja auch Demonstrationen von Rechten) so etwas sind wie »linksradikale Volksfeste« wäre einmal genauer nachzudenken und zu diskutieren. Leider konnten wir dieses Thema nur anreißen.

Jingle Alltag und Geschichte

Verantwortlich für die Sendung sind Niko Martin und Katharina Mann.

Fragen, Anregungen und Kritik können Sie auf unseren Anrufbeantworter sprechen: (06151) 87 00-129.
Oder schreiben Sie uns eine e-Mail an looking-glass@alltagundgeschichte.de

 

Aktualisiert am 25. Juni 2003.
 

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Ausschnitt aus dem Titelbild